Heißrauchversuche

Durch den technischen Fortschritt und stetig steigende Anforderungen werden Neubauten wesentlich komplexer und stoßen somit unweigerlich an die Grenzen des baurechtlich Möglichen. Immer häufiger werden Komponenten des anlagentechnischen Brandschutzes hinzugezogen, um Abweichungen und Erleichterungen im baulichen Brandschutz zu kompensieren. Durch den Einsatz von modernen Brandschutzingenieurmethoden können beispielsweise umfangreiche Entrauchungsmodellierungen durchgeführt werden und so Schutzziele auch bei komplexen Bauten erreicht werden. Dadurch steigen regelmäßig jedoch auch die Anforderungen an die technische Gebäudeausstattung sowie das technische Verständnis und Vorstellungsvermögen der Beteiligten am Genehmigungsverfahren. Neue Technologien bringen außerdem für Fachplaner, Betreiber, Genehmigungsbehörden und auch die Feuerwehr immer neue Herausforderungen mit sich. Um trotz der steigenden Komplexität die Schutzziele aus dem Brandschutzkonzept zu erreichen, gilt es oftmals, die Ergebnisse der numerischen Brandsimulationen nach Baufertigstellung in situ zu prüfen. Hierzu werden sogenannte Heißrauchversuche eingesetzt.

Durch den Einsatz von Nebelgeneratoren und eines, auf die Anforderungen aus dem Brandschutzkonzept maßgeschneiderten Poolbrandes, werden Brandereignisse und die dabei entstehende Rauchausbreitung in Anlehnung an die jeweiligen Brandsimulationsberechnungen durchgeführt. Hieraus werden Rückschlüsse auf die Wirksamkeit der Anlagen bzw. auf die Erreichung der im Brandschutzkonzepte definierten Schutzziele gezogen sowie die Herleitung von weiteren Maßnahmen vorgenommen werden.

Die Heißrauchversuchsapparatur ist hierbei so dimensioniert, dass trotz der realistischen Rahmenbedingungen eine Gefährdung von Nutzern und Einrichtungen durch rußfreie und nicht-toxische Verfahren ausgeschlossen wird.

Die Ergebnisse werden in Form einer Brandschutztechnsichen Stellungnahme vorgenommen.

Zur Realisierung einer Funk­tionsprüfung (Brandfall-Steuermatrix) werden Kaltrauchversuche mit Hilfe von Ne­belmaschi­nen durchge­führt (Hinweis: Bei den hier beschriebenen Kaltrauch­versu­chen han­delt es sich nicht um Heißrauchtests nach VDI 6019 Blatt 1, die deutlich auf­wendi­ger sind, siehe C.11). Hierbei werden insbesondere Rauchansaugsysteme und Kanalrauchmelder mit einem Aerosol beaufschlagt und ausgelöst und die daraus resultierenden Folgesteuerungen geprüft. Darüber hinaus können einfache brandtechnologische Sachverhalte (Durchspülung von Treppenräumen, Kaltentrauchung, etc.) mittels Kaltrauchversuchen geprüft werden. Die Funktionsprüfungen werden jeweils nach Fertigstellung der jeweiligen Gewerke durchgeführt.

Die Kaltrauchversuche können ebenfalls Bestandteil der Gewerke übergreifenden Prüfung sein. Die Dokumentation des jeweiligen Tests ist im Behördenordner zu hinterlegen.

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