Geschäftsgebäude, Loherstraße, Wuppertal

Modernisierung einer WC-Anlage in einer Landesgeschäftstelle einer Wohlfahrtsorganisation

Fertigstellung: 2012-2013
Baukosten: 120.000 €
Nutzfläche: 150 m²
Leistungen:

Entwurfsplanung, Genehmigungsplanung, Ausführungsplanung, Ausschreibung, und Vergabe, Objektüberwachung

Entwurf: Isabella und Arndt Rosenkaymer

http://youtu.be/eaQ9mLI_Rwk

Die Konferenzräume im Erdgeschoss der Landesgeschäftstelle einer Wohlfahrtsorganisation wurden im Jahre 2005 modernisiert.

Die aktuelle Aufgabenstellung bestand nun darin, die im Untergeschoss gelegenen Toilettenräume des Konferenzbereichs in einen entsprechenden, angemessenen Zustand zu versetzen. Die bisherigen Räume waren eng, niedrig, ungeschickt aufgeteilt und optisch anspruchslos. In der Raummitte längs verlaufende Fernwärmeleitungen schränkten die Kopfhöhe zudem stark ein.

Zunächst musste also ein Raumgewinn für die WC-Anlage realisiert werden.

Durch die Verlegung des Putzmittelraumes wurde eine längsseitige Erweiterung des gesamten WC – Bereiches möglich. Ein neuer Putzmittelraum konnte durch Unterteilung des bis dahin nicht voll ausgenutzten Server- und Lagerraums im benachbarten Kellerbereich geschaffen werden. Es entstand so ein neues Personal-WC, sowie eine repräsentative Damen- und Herren-WC-Anlage.

Durch eine Zusammenfassung der beiden Fernwärmeleitungen in einer einzigen Abkofferung und den Entfall der Unterdecken konnte im gesamten WC-Bereich die bis dahin nicht sichtbare Raumhöhe von 2,40 m erfahrbar gemacht werden. In die Abkofferung der Fernwärmeleitungen wurde eine indirekte Beleuchtung integriert. So wurde diese zum raumbildenden Element zwischen den WC-Kabinen und den Waschräumen.

Die Wahl kontrastreicher Farben und homogene, fugenlose Flächen dienen der optischen Raumtiefe. Die Umfassungswände erhielten einen dunklen, graubraunen Farbton, die Einrichtungsgegenstände und Einbauten reines Weiß. Dadurch treten die Wandflächen optisch in den Hintergrund, während die Einrichtung hervorgehoben wird. Zugunsten dieser Raumwirkung reduziert sich die Farbgebung auf die zwei oben genannten Farbtöne.

Anstatt sonst üblicher gefliester Flächen wurden die Wände mit großformatigen Tafeln bekleidet, die sonst als Fassadenplatten dienen und feuchtebeständig, leicht zu reinigen und hochbeanspruchbar sind. Die Böden erhielten eine homogene Bodenbeschichtung. Auf Fugenraster konnte hierdurch zugunsten eines großzügigen Raumeindrucks vollständig verzichtet werden.

Aus dem gleichen Grunde wurde die Einrichtung, die Ausstattung und Beleuchtung zu wenigen Funktionseinheiten zusammengefasst.

Die Spiegelflächen enthalten verborgene Handtuch-, Seifen- und Desinfektionsmittelspender, sowie Lichtvouten für indirekte Decken- und Waschtischbeleuchtung.

Die Waschtische mit Glasoberfläche sind mit Unterbauwaschbecken und Ausschnitten für den Papierdurchwurf mit untergehängten Boxen zur Unterbringung von Papierkörben ausgestattet.

Innerhalb der Abkofferung der Fernwärmeleitungen sind Lichtvouten zur indirekten Beleuchtung der Kabinendecken angeordnet.

Bei der Gestaltung der WC-Trennwände konnte auf sichtbare Profile und Beschläge nahezu komplett verzichtet werden. Durch die Anordnung von Schattenfugen lösen sie sich optisch von den Umfassungswänden, den Decken und den Böden.

Mit präsenzmeldergesteuerten Energiesparleuchten, Kleinmengenspülkästen und Armaturen mit Start-/Stopp-Automatik kommt eine wasser- und energiesparende Technik zum Einsatz.

Entlang des Treppenabgangs und des Vorflures zu den WC-Anlagen verlief innerhalb einer Vorsatzschale, hinter einer Plexiglasabdeckung, ein Lichtband aus Leuchtstoffröhren. Der Treppenabgang und der Flur wurden dadurch verengt, der Austausch von defekten Leuchten war äußerst zeitintensiv. Zur Kennzeichnung der Wegeführung sollte eine indirekte Beleuchtung an dieser Stelle beibehalten werden. Durch den Einsatz neuartiger, extrem platz- und energiesparender LED-Lichtprofile mit „warmer“ Lichtfarbe und extrem hoher Lebensdauer wurde der Verzicht auf die Vorsatzschale möglich. Dadurch konnten der Flur und die Treppe zu den Konferenzräumen im Erdgeschoss auf ihre ursprüngliche Breite verbreitert werden.

Die gesamte Baumaßnahme wurde innerhalb von 6 Kalenderwochen in der Sitzungspause im Dezember 2012 und Januar 2013 umgesetzt, so dass die Räume termingerecht an die Nutzer übergeben werden konnten.

So konnte insgesamt für eine relativ komplexe Bauaufgabe auf engstem Raum eine großzügige Lösung mit edler Anmutung gefunden werden.

 

(zurück zur Übersicht)