Neue Unternehmenszentrale der Fraport AG, Frankfurt a.M.

Neubau Bürogebäude mit Atrium und Tiefgarage in Franfurt a.M.

Fertigstellung: 2013
Baukosten: 57.000.000 €
Nutzfläche: 23.000 m²
Leistungen:

Brandschutzkonzept                                                                                                                                     Beratung der Objekt- und Fachplaner während der Ausführungsplanung                            Bauüberwachung Brandschutz                                                                                                       Brandfallsteuermatrix                                                                                                                        BMA-Konzept                                                                                                                               brandschutztechnische Stellungnahme                                                                                       Brandsimulation Fassadenberieselung                                                                                          Brandsimulation Weihnachtsbaum im Atrium                                                              Evakuierungssimulation                                                                                                                          thermische Bauteilanalyse Stahltragwerk                                                                                                  Bemessung Rauchschutzdruckanlagen

Entwurf: Albert Speer & Partner, Frankfurt

Intelligentes Brandschutzkonzept für ein modernes Bürogebäude

Das Gebäude der neuen Unternehmenszentrale der Fraport AG wurde als modernes Büro- und Verwaltungsgebäude in zentraler Lage in der Airport City realisiert. Es besteht aus zwei Riegelgebäuden mit zentralem Atrium. Die Riegel, die auf großen, flexibel ausbaubaren Geschossflächen Platz für moderne Arbeitsplatzstrukturen bieten, sind über Brücken miteinander verbunden. Unterhalb des Gebäudes befindet sich die dreigeschossige Tiefgarage.

Zentrales Atrium

Das Atrium dient als Empfangs- und Wartebereich insbesondere auch für die im Erdgeschoss angeordnete Konferenz- und Seminarzone. Im Atrium selbst sind Veranstaltungen mit über 1.000 Besuchern möglich.

Zur Realisierung der gewünschten modernen Bürostrukturen wurde ein Brandschutzkonzept erforderlich, welches die hohen Anforderungen an die Flexibilität in Bezug auf die Raumaufteilung und – nutzung berücksichtigt. Eine Besonderheit des Gebäudes auch in brandschutztechnischer Hinsicht stellt das zentrale Atrium dar. Dies wurde als Versammlungsstätte konzipiert, sodass erhöhte Anforderungen an die Rettungswege in Bezug auf die Abmessungen und die Rauchfreihaltung zu beachten waren.

Um für das Atrium eine weitestgehend transparente Gestaltung zu ermöglichen, wurde der Einsatz von Sonderlöschtechniken und Rauchabführung erforderlich. Diese Sicherheitstechnik wurde effizient und risikooptimiert geplant. Die Planung und Bemessung erfolgte auf der Basis von Brandschutzingenieurmethoden (Brand- und Evakuierungssimulationen, thermische Bauteilanalysen).

Entrauchung und Rauchschutzdruckanlagen

Das Rettungswegekonzept des Gebäudes ist in den Obergeschossen gekennzeichnet durch die Anordnung von insgesamt vier innen liegenden Sicherheitstreppenräumen mit Druckbelüftungsanlagen zur Realisierung einer hohen Flexibilität in Bezug auf die Grundrissgestaltung. Das Atrium verfügt über eine mechanische Rauch- und Wärmeabzugsanlage, die so bemessen wurde, dass sowohl bei einem Brand im Atrium als auch bei einem Vollbrand in einer Büro- und Verwaltungseinheit eine raucharme Schicht von 2,50 m aufrecht erhalten wird. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Szenario eines brennenden Weihnachtsbaums innerhalb des Atriums zuteil, dessen Größe und optimale Positionierung im Atrium ebenfalls über Brandsimulationen festgelegt wurde.

Die Bemessung der erforderlichen Rauchschutzdruckanlagen für die Sicherheitstreppenräume erfolgte objektspezifisch und schutzzielorientiert, sodass Abweichungen bei der Anlagenkonzeption zu üblichen bauaufsichtlichen Vorgaben möglich wurden. Die bau- und arbeitsschutzrechtlichen Anforderungen an die Rettungswege innerhalb des Gebäudes wurden durch eine rechnerische Evakuierungsanalyse verifiziert.

Ingenieurmäßige Nachweisverfahren

Aufgrund fehlender Gebäudetrennwände und der Innenfassaden ohne F-Qualität wurde die großflächige Glasfassade des Atriums mit einer Wasserkühlung durch Sprühnebel versehen, um zu verhindern, dass bei einem Brandereignis in einer Bürofläche sich dieses über das Atrium ausbreitet.

Das Dachtragwerk über dem Atrium wurde als Stahlkonstruktion ohne F-Qualität ausgeführt. Im Rahmen einer CFD-Studie wurde nachgewiesen, dass es nicht zum Versagen des Tragwerks kommt.

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